Pakronek

Spielzeit 2018 / 2019

Sa, 6. April 2019, 20 Uhr
danziger 50 - Danziger Straße 50

Pakronek

Rolf Pakronek, Kulturredakteur einer Lokalzeitung, tötet eine junge Frau und vergeht sich an ihr.

 

Hier stehe ich … meine Gedanken. Hier stehn meine Gedanken. – Hier liege ich. Wach seit halb fünf.

 

Pakronek – das ist Raum. Gedankenraum.

Zwei Gestalten. Einer der ist; einer der war.

Einer, der alles vor; einer, der es hinter sich hat.

 

Einer, der zu der Überzeugung kommt, dass er ein anderer hätte werden können, als zu werden ihm bestimmt war.

 

Was führt ihn in die Kriegsgestalt, was bewirkt, dass er sich als Verbrecher, als Monster, als Schandfleck der Menschheit zeigt?

Herrscher über – nicht den Tod, sondern Totes, eine Tote!?

 

Premiere war am 16. Februar 2019

Darsteller:

Der junge Pakronek:                 Tim Wildner

Der alte Pakronek:                 Mathias Neuber

 

Text und Regie: Mathias Neuber

Regieassistenz: Steffen Aicheler

 

Eine beachtenswerte Premiere, die mit langem Applaus bedacht wurde. Hervorgehoben wurden die schauspielerischen Leistungen, ein eindrucksvolles Bühnenbild und eine starke Textvorlage.

Mathias Neuber, Autor und Regisseur im Gespräch mit Felicitas Glück.

 

F.G: Rolf Pakronek, Kulturredakteur einer Lokalzeitung, tötet eine junge Frau und vergeht sich an ihr. Im TV bekommt so etwas einen Sendeplatz nach 24 Uhr. Warum ein solcher Stoff?

 

M.N:  Da kommt vieles zusammen. Die Absichten am Anfang waren andere als zuletzt. Es war auch für uns schwierig. Wir hatten ja mehrere Anläufe. Die Frage war, was spielt sich ab, was kann sich abspielen hinter der Fassade zivilisierten Lebens. Das sowohl in sexueller wie in politischer Hinsicht.

 

F.G: Der Text spart nicht mit Details.

 

M.N: War es für dich unangenehm?

 

F.G: Nein, es hatte seinen ästhetischen Rahmen. Ordnete sich einem Ziel unter.

 

M.N: Ich halte den Blick unter die Oberfläche für wichtig. Seit 2015 jetzt mal in politischer Hinsicht, die ja in dem Stück auch eine Rolle spielt werden Sachen ausgesprochen, die schon lange existent, die da waren. Warum zeigte sich die Zivilgesellschaft darüber so überrascht?

 

F.G: Du willst einen Diskurs über die versteckte Seite unserer Existenz?

 

M.N: Der wird ja geführt in Universitäten und Instituten (nehme ich mal an). Wir machen Theater für das, was man Bevölkerung nennt, Arbeitende und Nichtarbeitend, Studierende, Seniorinnen und Senioren. Für Leute, wie wir. Was da ist, ist da und sollte gezeigt werden. Das zu machen, ist eben meine Obsession.