Wir leben vom Tode anderer. Wir sind wandelnde Grabstätten.
(Leonardo da Vinci)

 

Intergogue wird das ins Bild bringen.
Und fragen: Leben in einem solchen Koordinatensystem – geht das?
Lieben?
Ein Antwortversuch in zehn (Liebes?-) Geschichten in drei Folgen, an zwei Abenden.

PREMIERE:

 

Freitag, 17. Mai
18 Uhr: Folge 1 Selbstoptimierung
20 Uhr: Folge 3 Selbstvernichtung

 

Samstag, 18. Mai
18 Uhr: Folge 2  Selbstinszenierung
20 Uhr: Folge 3  Selbstvernichtung

 

Eintritt nur für die Vorstellung 18 Uhr: 12  € / 10 € (erm.)

Eintritt nur für die Vorstellung 20 Uhr: 13 € / 11 € (erm.)

Eintritt für beide Vorstellungen: 15 € / 12 € (erm.)

DIE MEGAMASCHINE

Folge 1:

Pasquale betreibt eine Boutique, spielt Squash und ist dabei umzusatteln: Sie will Eventmanagement studieren. Ihr Mann, selbstständiger Handwerksmeister, kämpft mit seinem Steinsetzerbetrieb ums Überleben.
Der Freizeitchor bietet den Abend in der Woche, auf den sich die einsame Monika freut. Und auf die Chorleiterin Agusta, Mutter von drei Kindern. Auf einer gemeinsamen Busfahrt kommen sie sich näher – so nahe, wie es Monika sich wünscht?
Der berühmte Psychologe, Prof. Meyrink, über seine besten Jahre inzwischen hinaus, lebt ein ironisch spannungsreiches Leben mit seiner jungen Frau Vanessa. Dennoch zieht es ihn immer wieder zu seiner ersten Frau. Man muss sich auch mal ausruhen können. Die Frauen aber, die in seine Sitzungen kommen, werden immer jünger.
Und Eva-Miriam hat sich in ihre Therapeutin verliebt, die sie mit grausamen Wahrheiten quält. Therapie?
Während all dies geschieht gründet Mademoiselle Inge in der kanadischen Provinz Quebec ein Start-up in der IT-Branche. Und will damit ganz hoch hinaus. Selbstoptimierung ist die Devise, die sie an ihre Mitarbeiter weiterträgt.
Selbstoptimierung, behauptet auch der „Macher“, ist das Rüstzeug, um in meiner Welt zu bestehen. Er hat auf entvölkertem Boden ein hilfloses Menschlein getroffen und nun wollen beide hinein ins pralle Leben. Aber vorher … richtig! .. müssen sie sich optimieren!

Folge 2:

Mademoiselle Inge hat geheiratet und ist nun Madame Augustin. Ihr Start-up hat sich zu einem veritablen mittelständischen Unternehmen gemausert, das sie verkauft. Und den Namen gleich mit: Augustin Communications. Die anonymen, knallharten neuen Besitzer inszenieren sich als bodenständiger Familienbetrieb.
 Selbstinszenierung ist auch das neue Motto des „Machers“. Das Menschlein versagt vor den Herausforderungen dieser Etappe der Menschwerdung und wird in die Wüste geschickt.
Carrie, schlecht bezahlte Lagerarbeiterin bei einem Textildiscounter, hat sich entschieden. Sie wird für einen sozialen Ausgleich sorgen. Als sie Wendelin trifft, einen früheren Mitschüler, der scharf auf sie ist, lässt sie ihn für ein Entgegenkommen zahlen. Und Wendelin zahlt gut, er ist inzwischen Sales Manager bei Augustin Communications.
Unterschiedlicher könnten die Schwestern Nikolajewna, Mona und Magdalena, nicht sein. Schauspielerin mit chaotischem Leben die eine, gut organisierte Verwaltungsangestellte die andere. Als Magdalena völlig abgebrannt ist müssen sie eine zeitlang in Monas Wohnung miteinander auskommen.
Franka ist in Sebastian verliebt. Nach außen scheint alles in Ordnung. Überall auf dem Campus und in den Clubs sieht man sie gemeinsam. Aber wiederum nach einem gemeinsamen Konzertbesuch nachts vor ihrer Haustür will er nicht mit hoch kommen. Wer ist er? Was spielt er sich vor? Was spielt er ihr vor?
Die attraktive, aber verheiratete Laila bekommt eindeutige Angebote von ihrem Chef, ist geschmeichelt und schwankt zwischen Begehren, Berechnung und Treue zu sich selbst. Mit welchem Selbstbild soll sie leben?
Und der „Macher“ hat inzwischen eine neue Partnerin bei der Körperertüchtigung. Die Pastorin Wendenschein-Waran. Mit ihr joggt er hinüber in Folge 3, die mit Selbstvernichtung droht.

Folge 3:

Augustin Communications ist ein Weltkonzern. Um sich seine Rohstoffbasis zu sichern muss der Konzern Kriege in verschiedenen Weltgegenden am Laufen halten. Die Gestalten dieser Kriege, unvorstellbarer Gräueltaten, tummeln sich in der Welt des „Machers“. Die einzige, die wahrnimmt, wie dieser Krieg alle verfolgt, alle vereinnahmt, ist die Schauspielschülerin Jeanne. Sie sucht Zuflucht bei ihrem Freund Karel.
Auf einem Ministerempfang hat die weltberühmte Pianistin Sophia Friederike Hunger ein Erlebnis der dritten Art. Die Punksängerin Doro, die dort als Küchenhilfe jobbt, erscheint ihr als Märchengestalt, in sich vereinend Grausamkeit und Liebe. Als der Traum vorbei ist, ist Doro verschwunden. Sophia Friederike beginnt die Suche nach ihr.
Und Gregor ist ein Selbstperformer mit Hang zur Selbstdemontage. Ein scheinbar stilles, seinen Lebenswillen absorbierendes Leben lässt ihn nichts wahrnehmen außer sich selbst, wodurch ihm seine Freundin Melissa entgleitet.
Alle drei Liebeserzählungen berühren sich, kollidieren.
Vieles, viele werden untergehen, einige überleben.
Und, achja, der „Macher“ – aber das wird nicht verraten…

Fotos: Joana Lavie

Theaterhaus Mitte

Wallstraße 32 C

10179 Berlin